Institut für Informatik
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


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Up:Sommersemester 2012


Kolloquium Sommersemester 2012

Die Dozenten der Informatik

PD Dr. Boris Otto, Universität St. Gallen

spricht über

Datenqualitätsmanagement in Großunternehmen: Betriebswirtschaftliche Bedeutung und Reifegradmodell

Datum: Mittwoch, 4. Juli 2012
Zeit: 9:00 Uhr
Ort: Raum A401, Altbau Römerstraße 164

Zusammenfassung

Datenqualität ist eine Voraussetzung in Unternehmen, um verschiedene strategische Anforderungen zu erfüllen. Beispiele für diese Anforderungen sind die Einhaltung einer stetig wachsenden Zahl behördlicher und gesetzlicher Auflagen, ein «360°-Blick» auf den Kunden in innovativen Geschäftsmodellen sowie die fortschreitende Integration von Wertschöpfungsketten.

Heutzutage verfolgen viele Unternehmen reaktive Ansätze, um die Datenqualität zu sichern. Dabei werden Datendefekte erst behoben, nachdem sie aufgetreten sind. Dies widerspricht aber der betriebswirtschaftlichen Bedeutung der Datenqualität in Unternehmen. Denn erstens entstehen hohe wiederkehrende Kosten. Und zweitens stellen defekte Daten ein hohes Unternehmensrisiko dar. In der chemischen Industrie beispielsweise müssen Unternehmen gemäß der EU-Direktive «REACH» Inhaltsstoffe ihrer Produkte vollständig, aktuell und korrekt ausweisen. Andernfalls drohen Strafzahlungen oder der Verlust der Zulassung («no data, no market»). Unternehmen müssen also Konzepte für das Qualitätsmanagement physischer Güter auf das Datenqualitätsmanagement übertragen. Datenqualitätsmanagement muss präventiv wirken und in der Aufbau- und Ablauforganisation verankert sein.

Beim Aufbau und in der Weiterentwicklung des Datenqualitätsmanagements als Organisationsaufgabe benötigen Unternehmen Unterstützung. Typische Fragen sind: Was ist die Ausgangssituation? Welche Maßnahmen sind notwendig? Wie kann der Fortschritt gemessen werden? Wie stehen Unternehmen im Vergleich? Ein Reifegradmodell für das unternehmensweite Datenqualitätsmanagement gibt Antworten auf diese Fragen. Das Kompetenzzentrum Corporate Data Quality (CC CDQ) an der Universität St. Gallen schlägt in Kooperation mit der European Foundation for Quality Management (EFQM) ein Reifegradmodell vor, das bereits mehrfach in der Praxis eingesetzt wird. Der Forschungsprozess bei der Modellentwicklung folgt den Prinzipien der gestaltungsorientierten Wirtschaftsinformatikforschung und nutzt adaptive Referenzmodellierung und Business Engineering als zentrale Entwurfstechniken. Das Referenzmodell ist als Web-Anwendung implementiert und wird für «Self Assessments» genutzt.

Der Vortrag nutzt Fallstudien, um die Ausgangssituation in Unternehmen und die Wirksamkeit des präventiven Datenqualitätsmanagements zu illustrieren. Abschließend gibt der Vortrag einen Ausblick auf zukünftige Forschungsschwerpunkte im Themenfeld.

(Vortrag auf Einladungen der Dozenten der Informatik)

LaTeX Version Letzte Änderung: 28. Juni 2012, 11:07:19


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